Franz Anton & Jan Benzien werden Vierte in Rio

Anton/Benzien Vierte, Melanie Pfeifer auf Rang sieben

Am letzten Finaltag der olympischen Kanu-Slalom-Wettbewerbe in Deodoro haben die Leipziger Weltmeister Franz Anton/Jan Benzien den vierten Platz im Canadier-Zweier belegt. Europameisterin Melanie Pfeifer (Augsburg) wurde im Kajak-Einer der Damen Siebte.

Wie bereits am Vortag im Kajak-Finale und auch tags zuvor im Canadier-Einer so ging es für das DKV-Team auch heute in der Entscheidung im Canadier-Zweier unglaublich eng zu und das Glück war nicht auf der Seite der Deutschen.

Franz Anton und Jan Benzien gingen als Beste des Halbfinals zuletzt auf den Olympiakurs und lagen zwischenzeitlich 1,4 Sekunden vor den späteren Olympiasiegern Ladislav und Peter Skantar (Slowakei), am Ende fehlten dem sächsischen Duo 36 hundertstel Sekunden auf Bronze. „Wir haben an Tor 22 wesentlich an Zeit verloren. Ich habe im ersten Moment gedacht, dass es vielleicht trotzdem noch zu Platz zwei oder drei reicht, wo wir uns auch drüber gefreut hätten“, konstatierte Jan Benzien enttäuscht. Silber gewannen die Briten David Florence/Richard Hounslow, Bronze ging an die Franzosen Gauthier Klauss/Mathieu Peche. Daran, dass dies die letzte olympische Entscheidung in dieser Kategorie gewesen ist, wollte Franz Anton im Moment keinen Gedanken verlieren: „Ich bin gerade Vierter. Der Gedanke kommt vielleicht nächstes Jahr, wenn man realisiert, dass man mit dieser Disziplin vielleicht gar nicht mehr unterstützt wird“, so der Vordermann des Duos, der sich wie Jan Benzien wohl künftig auf den Canadier-Einer konzentrieren wird.

„Ich bin Siebte im olympischen Finale, damit kann ich zufrieden sein. Ich fand den Lauf auch gar nicht so schlecht, ich habe, glaube ich, überall so ein kleines Bisschen verloren“, bilanzierte Melanie Pfeifer ihren Finallauf im Kajak-Einer der Damen. „Es war sehr windig heute, es war schon schwer, unter diesen Bedingungen zu paddeln, gerade auch in die ersten zehn Tore reinzukommen. Meine Berührung muss hauchdünn gewesen sein, ich weiß gar nicht, wo sie passiert ist“, sagte die Augsburgerin unmittelbar nach dem Rennen, „das ist halt Kanu-Slalom: Da muss das Wasser ordentlich fließen, die Schläge müssen passen und man muss auch einfach ein bisschen Glück haben – heute war es nicht auf meiner Seite.“ Mit einem überragenden Lauf sicherte sich die Spanierin Maialen Chorraut nach Bronze in London nun den Olympiasieg. Silber ging überraschend an die Neuseeländerin Luuka Jones, Jessica Fox gewann Bronze für Australien.

„Natürlich sind wir alle ein bisschen traurig, dass es nicht zu einer Medaille für uns gereicht hat“, gab DKV-Cheftrainer Michael Trummer zu, fügte aber gleichzeitig an: „Wir haben uns hier als Team trotzdem großartig präsentiert. Wir waren in allen Finals nie schlechter als Platz sieben, lagen in drei Kategorien nur wenige Bruchteile von Sekunden hinter den Medaillen, einmal gar nur eine halbe Sekunde hinter dem Olympiasieg. Uns hat einfach das kleine Quäntchen Glück gefehlt, ich bin aber trotzdem stolz auf meine Sportler und auf die Arbeit, die all unsere Trainer und Betreuer in der Vorbereitung geleistet haben. Wir waren auf den Punkt fit, es sollte aber am Ende leider einfach nicht sein.“ Zur Entscheidung, den Canadier-Zweier aus dem olympischen Programm zu nehmen sagte der Chefcoach: „Man hat hier gerade wieder gesehen, welche hochentwickelte und attraktive Disziplin der Canadier-Zweier doch ist. Sicher müssen wir froh darüber sein, dass Kanu-Slalom im olympischen Programm ist, aber für die Sportart ist diese Entscheidung schon ein großer Verlust.“

Hannes Aigner in Rio drei Hundertstel hinter Bronze

Hannes Aigner aus Augsburg hat im olympischen Kajak-Finale von Rio de Janeiro am Mittwoch den vierten Platz belegt. Dem Dritten der Spiele von London fehlten 0,03 Sekunden zur erneuten Bronzemedaille.

In einem engen, hochklassigen und hochspannenden Finale hatte am Ende der Brite Joseph Clarke das bessere Ende für sich. In 88,53 Sekunden paddelte er zum Olympiasieg, 17 Hundertstel vor dem slowenischen Routinier Peter Kauzer und 46 Hundertstel vor dem tschechischen Weltmeister Jiri Prskavec. Nur 49 Hundertstel hinter dem neuen Champion wurde Hannes Aigner Vierter. „Es war ein guter Lauf, die anderen waren halt einfach einen Tick schneller. Im Ziel hatte ich schon gedacht, dass es für eine Medaille reichen könnte. Dass es dann am Ende drei Hundertstel sind, ist natürlich ärgerlich, aber auch kein Beinbruch. Ich bin mit mir selbst im Reinen – ich habe mein Bestes gegeben und das hat heute einfach nicht für eine Medaille gereicht“, bilanzierte Hannes Aigner das undankbare Ergebnis sehr gefasst, „es gab keinen großen Patzer, ich habe nichts versaut, es war einfach einen kleinen Tick zu langsam.“

„In einem wahnsinnig hochklassigen Kajakrennen hatten wir heute einfach nicht das letzte bisschen Glück, um eine Medaille mit nach Hause zu nehmen. Drei hundertstel Sekunden Differenz zur Medaille nach 88 Sekunden im Wildwasser mit einem schwierigen Slalomparcours sind einfach nur verrückt“, kommentierte DKV-Cheftrainer Michael Trummer das Geschehen und fügte an: „Das zeigt, auf welchem Niveau die Weltspitze paddelt. Hannes hat eine super Leistung abgeliefert und war auf den Punkt fit. Jetzt schauen wir optimistisch in den morgigen Tag und gehen diese letzten beiden Finals als deutsches Team hochkonzentriert an!“

Sideris Tasiadis paddelt in Rio auf den fünften Rang

Der Augsburger Sideris Tasiadis ist im Canadier-Einer-Finale der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro auf den fünften Platz gepaddelt. Olympiasieger wurde der Franzose Denis Gargaud Chanut.

Der Silbermedaillengewinner von 2012 war zuvor im Halbfinale deutlich die schnellste Zeit gefahren und ging somit als letzter Finalist auf den Kurs in Deodoro. „Ich wusste, was die Jungs vor mir gefahren sind, das wusste ich, dass ich noch einmal so eine Leistung abliefern muss wie im Halbfinale und noch einen Tick schneller. Ich habe dann leider Tor neun ganz leicht mit der Schulter berührt, das hat mich ein wenig aus dem Rhythmus gebracht und die Medaille gekostet. Ich war vielleicht ein wenig hektisch in diesem Moment und wollte zu früh nach links fahren. Ich wollte dann schon noch bis unten meine Linie halten und die Zeit war mit 95 Sekunden ja auch in Ordnung, deswegen bin ich auch mit Platz fünf schon zufrieden mit mir“, sagte der 26-Jährige.

Hinter dem neuen Olympiasieger aus Frankreich gewannen der Slowake Matej Benus Silber und Takuya Haneda aus Japan Bronze.

Ergebnisse

Herren, Canadier-Zweier: 1. Ladislav Skantar/Peter Skantar (SVK) 101,58 (0), 2. David Florence/Richard Hounslow (GBR) 102,01 (0), 3. Gauthier Klauss/Mathieu Peche (FRA) 103,24 (0), 4. Franz Anton/Jan Benzien (GER/Leipzig) 103,58 (0), 5. Piotr Szczepanski/Marcin Pochwala (POL) 104,97 (0), 6. Michail Kuznetsov/Dmitry Larionov (RUS) 106,70 (0).

Damen, Kajak-Einer: 1. Maialen Chorraut (ESP) 98,65 (0), 2. Luuka Jones (NZL) 101,82 (0), 3. Jessica Fox (AUS) 102,49 (2), 4. Jana Dukatova (SVK) 103,86 (2), 5. Corinna Kuhnle (AUT) 104,75 (4), 6. Fiona Pennie (GBR) 105,70 (4), 7. Melanie Pfeifer (GER/Augsburg) 106,89 (2).

Herren, Kajak-Einer: 1. Joseph Clarke (GBR) 88,53 (0), 2. Peter Kauzer (SLO) 88,70 (0), 3. Jiri Prskavec (CZE) 88,99 (2), 4. Hannes Aigner (GER/Augsburg) 89,02 (0), 5. Jakub Grigar (SVK) 89,43 (0), 6. Pedro Da Silva (BRA) 91,54 (0).

Herren, Canadier-Einer: 1. Denis Gargaud Chanut (FRA) 94,17 (0), 2. Matej Benus (SVK) 95,02 (0), 3. Takuya Haneda (JPN) 97,44 (0), 4. Vitezslav Gebas (CZE) 97,57 (0), 5. Sideris Tasiadis (GER/Augsburg) 97,90 (2), 6. Benjamin Savsek (SLO) 99,36 (4).