EM-Bronze für Herzog und Stöcklin

Die Canadier-Einer-Mannschaft der Damen bescherte dem Team des Deutschen Kanu-Verbandes (DKV) am Abend des ersten Finaltages der Kanu-Slalom-Europameisterschaften in Liptovský Mikuláš (Slowakei) eine bronzene Plakette. Der Augsburger Hannes Aigner hatte zuvor die Bronzemedaille im Kajak-Einer gewonnen.

Hinter den beiden Tschechen Jiri Prskavec und Vavrinec Hradilek, die am Ende nur eine hundertstel Sekunde trennte, holte der für Rio qualifizierte Hannes Aigner die erste Medaille für das DKV-Team. Aigner profitierte dabei von einer Ergebniskorrektur – die Kampfrichter hatten beim Slowenen Peter Kauzer zunächst eine Berührung übersehen, der Ex-Weltmeister fiel auf Platz vier zurück. „Bronze ist natürlich schön, schade, dass es nicht gleich auf Anhieb so war“, freute sich Aigner darum etwas später. „Das ist schon mal ein guter Erfolg. 2012 war das genauso, vielleicht heißt das ja irgendwas – dass ich das bei Olympia wiederholen kann, mal schauen“, so der Olympiadritte von London. Sebastian Schubert (Hamm) hatte den Finaleinzug als Zwölfter knapp verpasst, Paul Böckelmann (Leipzig) belegte im Halbfinale Platz 28.

Im Canadier-Einer-Finale paddelte Franz Anton (Leipzig) auf Rang sechs, der Halbfinalschnellste Sideris Tasiadis (Augsburg) verpasste nach einem Fehler das letzte Tor und wurde Zehnter. Die Slowaken Alexander Slafkovsky und Michal Martikan bescherten den Gastgebern einen Doppelsieg, Bronze holte der Spanier Ander Elosegi. „Ich bin gleich an den ersten beiden Toren mit Fehlern eingestiegen, hab am Aufwärtstor im Mittelteil richtig Zeit liegen lassen, da war das Rennen eigentlich schon vorbei. Die Zuschauer haben mich nochmal motiviert, so dass ich das noch anständig runtergebracht habe, aber das reicht halt nicht“, war Franz Anton enttäuscht. „Lieber jetzt, als im August“, meinte Olympiastarter Sideris Tasiadis, „nach den Fehlern zuvor wollte ich an den beiden letzten Toren eine engere Linie fahren, aber die Walze hat mich nicht gehalten, so bin ich am Tor vorbeigefahren.“ Der Leipziger Jan Benzien war im Halbfinale als 21. ausgeschieden.

Im Canadier-Einer der Damen sorgte Junioren-Weltmeisterin Andrea Herzog aus Meißen als Fünfte für das beste Resultat aus deutscher Sicht. Europameisterin wurde Nuria Vilarrubla (Spanien) vor der Tschechin Katerina Hoskova und Mallory Franklin aus Großbritannien. Herzog zeigte eine couragierte Leistung verpasste aber im Schlussabschnitt eine noch bessere Platzierung. „Unten hat mir die Kraft gefehlt, dann stimmte die Konzentration nicht so ganz und ich habe die Strafsekunden kassiert. Vor der EM wäre ich über Platz fünf froh gewesen, jetzt, so knapp dran, ärgere ich mich schon. Aber ich habe nächstes Jahr bestimmt wieder eine Chance“, so die erst 16-Jährige. Ihre Leipziger Vereinskollegin Lena Stöcklin verpasste mit 54 Strafsekunden im Halbfinale den Sprung unter die besten Zehn, Birgit Ohmayer (Augsburg) schied bereits gestern in der Qualifikation aus.

In den Teamwettbewerben kam am Abend eine weitere Bronzemedaille hinzu. Die Canadier-Einer-Mannschaft der Damen mit Andrea Herzog, Lena Stöcklin und Birgit Ohmayer paddelte hinter Großbritannien und den Tschechinnen auf den dritten Platz. Die Kajak-Herren fuhren auf Rang sechs, Europameister wurde hier das Team der Tschechen. Die Canadier-Einer-Mannschaft wurde beim Sieg der Slowaken Siebte.

Ergebnisse, Europameisterschaften in Liptovský Mikuláš, 2. Tag, Finale:

Herren, Kajak-Einer: 1. Jiri Prskavec (CZE) 91,44 (0), 2. Vavrinec Hradilek (CZE) 91,45 (0), 3. Hannes Aigner (GER/Augsburg) 92,91 (0), 4. Peter Kauzer (SLO) 93,26 (4), 5. Jakub Grigar (SVK) 96,27 (0), 6. Boris Neveu (FRA) 97,37 (4), … im Halbfinale ausgeschieden: 12. Sebastian Schubert (GER/Hamm) 97,51 (4), 28. Paul Böckelmann (GER/Leipzig) 100,75 (6). Team-Wettbewerb: 1. Tschechien 108,00 (4), 2. Frankreich 109,07 (4), 3. Spanien 112,71 (2), ... 6. Deutschland (Aigner, Schubert, Böckelmann) 161,24 (52).
Canadier-Einer: 1. Alexander Slafkovsky (SVK) 99,87 (0), 2. Michal Martikan (SVK) 101,66 (4), 3. Ander Elosegi (ESP) 102,56 (4), 4. Denis Gargaud Chanut (FRA) 104,03 (4), 5. Matej Benus (SVK) 111,56 (4), 6. Franz Anton (GER/Leipzig) 112,28 (2), ... 10. Sideris Tasiadis (GER/Augsburg) 158,42 (56), im Halbfinale ausgeschieden: 21. Jan Benzien (GER/Leipzig) 114,74 (0). Team-Wettbewerb: 1. Slowakei 118,26 (4), 2. Polen 125,70 (4), 3. Großbritannien 128,67 (8), ... 7. Deutschland (Tasiadis, Anton, Benzien) 135,68 (16).
Damen, Canadier-Einer: 1. Nuria Vilarrubla (ESP) 124,91 (4), 2. Katerina Hoskova (CZE) 125,57 (2), 3. Mallory Franklin (GBR) 126,27 (2), 4. Eilidh Gibson (GBR) 130,83 (6), 5. Andrea Herzog (GER/Leipzig) 131,10 (4), 6. Polina Mukhgaleeva (RUS) 136,31 (4), ... im Halbfinale ausgeschieden: 18. Lena Stöcklin (GER/Leipzig) 185,09 (54), in der Qualifikation ausgeschieden: 25. Birgit Ohmayer (GER/Augsburg). Team-Wettbewerb: 1. Großbritannien 185,03 (26), 2. Tschechien 226,09 (60), 3. Deutschland (Herzog, Stöcklin, Ohmayer) 245,63 (66).

Weiterer Zeitplan:

Sonntag, 15. Mai 2016
08:35 Halbfinale Damen Kajak-Einer, Herren Canadier-Zweier
11:37 Finale Damen Kajak-Einer, Herren Canadier-Zweier
14:03 Finale Teams Damen Kajak-Einer, Herren Canadier-Zweier

TV-Zeiten

Samstag, Eurosport 2, 15 Uhr LIVE, Aufzeichnungen vom Tag 15:45 und 21:05
Sonntag, Eurosport 2, 11:30 Uhr LIVE, anschließend Aufzeichnung vom Tag