Sport für besondere Zielgruppen

Seit Jahren laufen im Leipziger-Kanu-Club e.V. Projekte zur Betreuung Jugendlicher unterschiedlicher Zielgruppen. Besonders die Arbeit mit sogenannten Randgruppen ist auf großes öffentliches Interesse gestoßen. Im Verein wurden bisher Aussiedlerkinder, Asylbewerber, aber auch straffällig gewordene Jugendliche betreut. Letzteres erwies sich als besondere Bedarfslücke. Ein gesondertes Projekt "Haltung für Körper und Geist", für das sich der Verein in Kooperation mit dem Landessportbund Sachsen als Stützungsverein engagiert, bietet unter anderem Dienstleistungen im Bereich der sozialen Jugendhilfe an und gleichzeitig wird versucht, durch die sozialpädagogische Einflußnahme diese Zielgruppe für sportliche Betätigung zu begeistern. In Zusammenarbeit mit der Jugendgerichtshilfe werden hierbei besonders Jugendliche angesprochen, die aufgrund von Straftaten zur Verrichtung gemeinnütziger Arbeit verurteilt wurden. Die Jugendlichen lernen aus eigener Erfahrung, was es bedeutet "gemeinnützig" zu sein und welcher Teamgeist unter Sportlern herrscht. Über Freizeitangebote mit den Mitteln des Kanusports und angrenzender Sportarten, die hier im Verein durchführbar sind, ergaben sich bisher viele Interessenten. Damit soll die Chance geboten werden, über Sportbegeisterung zu einer regelmäßigen sinnvollen Freizeitbeschäftigung zu kommen. Die den Jugendlichen auferlegten Arbeitsstunden liegen in der Regel zwischen 10 und 120 Stunden. In dieser Zeit pflegen sie das Gelände des Bootshauses. Dadurch kommen sie mit dem laufenden Trainingsbetrieb in Berührung, der in vielen Fällen das Interesse der Jugendlichen weckt. Sie werden mit den Grundlagen des Kanusports vertraut und in die Lage versetzt, bei der Betreuung von Schulklassen, Asylbewerber- und Aussiedlerkindern mitzuwirken. Hierbei haben sich die straffällig gewordenen Jugendlichen als zuverlässige und verantwortungsbewußte Helfer erwiesen. Diese Art der Mitwirkung stärkt das Selbstbewußtsein der Jugendlichen und unterstützt die soziale Einordnung in die Gesellschaft. Ziel des Projektes ist es, straffällig gewordene Jugendliche bei der Bewältigung von Auflagen zu unterstützen, sozialpädagogisch zu führen und ihre Integration in die gesellschaftliche Öffentlichkeit zu erleichtern.